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Johann Melchior Dinglinger - Der Hofjuwelier August des Starken

Der in Schwaben geborene Goldschmiedegeselle Johann Melchior Dinglinger trat mit 28 Jahren in die Dienste des kurfürstlichen Hofes in Dresden. Als Dinglinger 1692 am Dresdner Hof eintraf, war er 28 Jahre und Goldschmiedegeselle. Geboren als Sohn eines Messerschmiedes im schwäbischen Biberach hatte der Vater ihn in die Lehre nach Ulm gegeben. Wanderjahre durch die Zentren der europäischen Goldschmiedekunst waren gefolgt. Er war schon jetzt einer der Besten seines Handwerks.


Im Jahr 1698 wurde er zum Hofjuwelier August des Starken ernannt, gründete eine eigene Werkstatt. Bei den Dresdnern machte sich Dinglinger erst einmal unbeliebt, weil er seine Werkstatt betrieb, ohne den Meistertitel zu besitzen. Schnell holte er seinen Meister nach und heiratete die Tochter des reichsten und einflussreichsten Goldschmiedes der Stadt. Nach der Ernennung zum Kurfürstlich-Sächsischen und Königlich-Polnischen Hofjuwelier kaufte Dinglinger in Dresden ein Haus und ließ sich ins Dresdner Bürgerregister eintragen. Er lebte am Neumarkt, nah am Schloss, gegenüber der Frauenkirche in der Frauengasse 9.


August der Starke war einer derjenigen, die Dinglingers Genie von Anfang an erkannten und förderten. Im Sommer 1697 wurde er zum Polnischen König gekrönt. Zur Krönung in Krakau war Dinglinger anwesend, der für die Ausstattung der Garderobe seines Kurfürsten und König mit Juwelen sorgt. Die Schmuckstücke, die Dinglinger mit seiner Werkstatt für August den Starken herstellte, wurden einerseits vom König selbst getragen, sie waren aber auch eine Investition in den Staatsschatz. In Krisenzeiten wurden sie verpfändet oder beliehen.



Quelle: Lebensläufe | MDR FERNSEHEN | 21.05.2015 | 22:50 Uhr Johann Melchior Dinglinger

Das Werk des Johann Melchior Dinglinger, ein großer Teil ist im weltberühmten Grünen Gewölbe in Dresden erhalten, erzählt noch heute von der glanzvollen Zeit Augusts des Starken. Es war die Lust am Erlesenen, an Pracht und Glanz, die den sächsischen Kurfürsten und polnischen König die Arbeit großer Künstler und perfekter Handwerker fördern ließ, unter ihnen Dinglinger, der zur Ikone der Juwelierkunst des Barocks wurde.

Insgesamt trat Dinglinger 5-mal vor den Traualtar. Alle seine Frauen starben im Kindbett. Er hatte 26 Kinder, viele von ihnen erreichten das Erwachsenenalter nicht. Dinglingers Wohnhaus mit der Werkstatt war eine Dresdner Sehenswürdigkeit. Adlige Kunden aus der ganzen Welt besuchten ihn. Besonders der Aufenthalt von Zar Peter dem Ersten, der lieber bei Dinglinger, als im Schloss wohnte, beeindruckte in Dresden.


Dinglingers letztes Werk ist der Apis-Altar. Anhand des ägyptischen Götterpaares Isis und Osiris widmet sich Dinglinger dem Thema des Vergehens und der Wiederauferstehung. Das Werk wird noch unvollendet sein, als der 66-jährige Dinglinger im März 1731 nach kurzer schwerer Krankheit stirbt.

Quelle:  http://www.mdr.de/lebenslaeufe/dinglinger100.html